Russland hat die ukrainische Grenzregion Sumy mit schweren Raketen- und Drohnenangriffen überzogen. Innerhalb von 24 Stunden feuerten russische Truppen Berichten zufolge 169 Mal auf Siedlungen der Region, insgesamt wurden 311 Explosionen registriert. Ein 59-jähriger Mann kam in seinem Haus ums Leben.
Auch in anderen Teilen der Ukraine, darunter in der Hauptstadtregion, kam es in der Nacht zu Drohnenangriffen. Erste Angaben zufolge wurden dort jedoch keine größeren Schäden verzeichnet.
Eindrücke unseres Korrespondenten aus der Frontstadt Pokrowsk
Unser Korrespondent Christoph berichtet direkt aus der schwer umkämpften Stadt Pokrowsk in der Provinz Donezk. Die Lage vor Ort hat sich im Vergleich zu vor drei Wochen weiter verschärft. Zerstörungen nehmen zu, das Artilleriefeuer wird intensiver und die russischen Truppen rücken näher an die Stadtgrenzen heran.
Laut ukrainischen Militärbloggern variieren die Einschätzungen zur aktuellen Position der russischen Einheiten: Einige berichten von einem Abstand von etwa zweieinhalb Kilometern, andere gehen davon aus, dass russische Kräfte bereits die Stadtränder erreicht haben. Eine unabhängige Verifizierung dieser Informationen ist derzeit nicht möglich.
Dennoch ist klar, dass der Druck auf die ukrainischen Verteidigungslinien enorm ist. Die russische Strategie scheint darauf abzuzielen, die Stadt von Süden, Osten und Westen einzukesseln und die ukrainischen Truppen nach Norden abzudrängen.
Die ukrainischen Streitkräfte haben ihre Verteidigungspositionen massiv verstärkt und halten derzeit viele Stellungen erfolgreich. Doch die Lage bleibt kritisch – insbesondere, wenn die russischen Angriffe mit der gleichen Intensität fortgesetzt werden.
Ähnliche Bedingungen herrschen auch in den nahegelegenen Städten Kurachowe und Welyka Nowosilka. Sollte Russland seinen militärischen Druck weiter erhöhen, könnte es für die ukrainischen Streitkräfte langfristig schwierig werden, diese Gebiete zu halten.
Für Russland hat jeder noch so kleine Ort in der Provinz Donezk strategische und symbolische Bedeutung. Die Region wurde im September 2022 von Russland annektiert und soll nach Moskauer Vorstellung vollständig in die Russische Föderation integriert werden – ein Ziel, für das die russische Armee bereit ist, erhebliche Ressourcen einzusetzen.
Die Entwicklungen in der Region bleiben dynamisch, und die Lage für die Zivilbevölkerung weiterhin prekär.
Text/Foto: Welt Nachrichtensender am 28. Dezember 2024