Der AuĂenhandelschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer, Volker Treier, sieht den Markt fĂŒr deutsche Investitionen in den USA bereits „ausgereizt“ und ist der Ăberzeugung, dass sich am Engagement deutscher Unternehmen in den USA, durch die von Donald Trump verkĂŒndeten, neuen Zölle wenig Ă€ndern werde. Bei phoenix sagte Treier: „Es sind [âŠ.] mehr als 500 Milliarden Euro, die da kumuliert aufgebaut worden sind, in Produktions- und VertriebsstĂ€tten vor Ort. Es werden fast eine Million Amerikanerinnen und Amerikaner in unseren Betrieben beschĂ€ftigt.“ Dies hĂ€tten die Unternehmen „ganz ohne Zölle“ gemacht, vielmehr seien attraktivere Standortbedingungen, etwa bei Steuern, Infrastruktur oder Genehmigungsverfahren der Grund gewesen. Dies bedeute, dass Investitionen vor Ort „gewissermaĂen ausgereizt“ seien.
Die erhöhten ZollsĂ€tze könnten darum gar nicht zu dem von Donald Trump angestrebten Ziel fĂŒhren, „dass da ein neues Zeitalter, insbesondere auch durch auslĂ€ndisches Kapital in den USA, erreicht werden kann.“ Der von Trump so bezeichnete „Befreiungstag“ sei darum ein „Belastungstag“, „vor allem fĂŒr die amerikanischen Konsumenten, denn jedes vierte bis fĂŒnfte Produkt und jede vierte bis fĂŒnfte Dienstleistung, die in den USA konsumiert werden, kommen aus dem Ausland“, erklĂ€rte Treier.
Die EU und die deutsche Politik mĂŒssten nun „besonnen und entschlossen“ reagieren und den Blick auch auf andere MĂ€rkte richten. Die Kanadier etwa, „strecken uns die Hand hin und wir haben ein Freihandelsabkommen, wir können noch enger mit denen zusammenarbeiten.“ Weitere Partner fĂŒr eine engere Zusammenarbeit seien etwa Mexiko oder die Mercosur-Staaten, „wir haben da ĂŒber 25 Jahre verhandelt, das Abkommen ist jetzt noch nicht im EuropĂ€ischen Rat und im Parlament ratifiziert, das gilt es jetzt so schnell wie möglich zu tun und dann den Blick nach Fernost zu richten, nach Indien, Indonesien, andere LĂ€nder. Das ist jetzt das Gebot der Stunde“, so Volker Treier.
Quelle: phoenix-Kommunikation am 03. April 2025
Foto: Dr. Volker Treier © DIHK