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Mittwoch, 18. Mai 2022
12 Euro Mindestlohn ab Oktober
Arbeit und Soziales/Ausschuss
Berlin: (hib/CHE) Der Ausschuss fĂŒr Arbeit und Soziales hat am Mittwochvormittag dem Gesetzentwurf (20/1408) der Bundesregierung fĂŒr eine Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro je Stunde zugestimmt. Mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen und der Fraktion Die Linke stimmte das Gremium dem Entwurf zu. Die CDU/CSU-Fraktion und die AfD-Fraktion enthielten sich.
Der Gesetzentwurf fĂŒr das Mindestlohnerhöhungsgesetz sieht vor, den fĂŒr alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geltenden Mindestlohn zum 1. Oktober 2022 einmalig auf einen Bruttostundenlohn von zwölf Euro erhöhen. Zudem soll sich kĂŒnftig die GeringfĂŒgigkeitsgrenze an einer Wochenarbeitszeit von zehn Stunden zu Mindestlohnbedingungen orientieren. Mit der Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns soll sie auf 520 Euro monatlich erhöht und dynamisch ausgestaltet werden.
AuĂerdem will die Bundesregierung MaĂnahmen treffen, die die Aufnahme einer sozialversicherungsrechtlichen BeschĂ€ftigung fördern und verhindern helfen, âdass Minijobs als Ersatz fĂŒr regulĂ€re ArbeitsverhĂ€ltnisse missbraucht werdenâ. Dazu werde die Möglichkeit eines zulĂ€ssigen unvorhersehbaren Ăberschreitens der Entgeltgrenze fĂŒr eine geringfĂŒgig entlohnte BeschĂ€ftigung gesetzlich geregelt. Die Höchstgrenze fĂŒr eine BeschĂ€ftigung im Ăbergangsbereich soll von monatlich 1.300 Euro auf 1.600 Euro angehoben werden.
Die Koalitionsfraktionen, allen voran die SPD-Fraktion und BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen, zeigten sich sehr zufrieden mit dem einmaligen Schritt einer Erhöhung. Die GrĂŒnen betonten, der deutsche Mindestlohn rangiere im europĂ€ischen Vergleich am unteren Rand, deshalb ziehe man nun nach und handele. Die SPD bekrĂ€ftigte, die 12 Euro hĂ€tten schlicht etwas mit Respekt und dem Wert der Arbeit zu tun. Gleichwohl mĂŒssten die Kontrollen des Mindestlohns durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit gestĂ€rkt werden, da sonst der Mindestlohn keinen Sinn mache. Die FDP lieĂ erkennen, dass sie mit der Entscheidung nicht glĂŒcklich ist, diese aber aus KoalitionsrĂ€son mittrage. Es sei ein schwerwiegender Eingriff in die Tarifautonomie, hoffentlich gehe er gut, so die Liberalen.
Auch die Unionsfraktion kritisierte diesen Punkt und stellte klar, fĂŒr sie sei der Mindestlohn in erster Linie ein ordnungspolitisches und kein sozialpolitisches Instrument. Die Linke bemĂ€ngelte fehlende Regelungen zur Aufzeichnung der Arbeitszeit, obwohl die Zollbehörden dies seit Jahren als Haupteinfallstor fĂŒr den Missbrauch des Mindestlohns bezeichnen wĂŒrden. Die AfD-Fraktion stellte fest, das Gesetz hebele die Mechanismen des Marktes aus und das berge Risiken. Sie verwies auf drohenden Arbeitsplatzverlust und darauf, dass auch der erhöhte Mindestlohn nicht armutsfest sei.
Die erste Lesung des Gesetzentwurfes im Video: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2022/kw17-de-mindestlohn-891072