Reisende können sich bereits ein halbes Jahr im Voraus ĂŒber FahrplanĂ€nderungen informieren âą ZusĂ€tzliche Halte fĂŒr FernzĂŒge in LĂŒneburg, Uelzen, Salzwedel und Stendal âą AufgabentrĂ€ger stellen umfangreiches Konzept fĂŒr den Regionalverkehr vor
(Berlin, 11. Februar 2025). Die Generalsanierung der Strecke HamburgâBerlin vom 1. August 2025 bis 30. April 2026 fĂŒhrt in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen zu Ănderungen auf einigen Verbindungen im Regional- und Fernverkehr. Um Reisenden und Pendler:innen eine zuverlĂ€ssige Planung zu ermöglichen, sind die FahrplĂ€ne bereits ein halbes Jahr im Voraus in den digitalen Auskunftsmedien verfĂŒgbar, darunter auf www.bahn.de sowie in der App DB Navigator. Gemeinsam mit den fĂŒr den Nahverkehr zustĂ€ndigen AufgabentrĂ€gern, der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA GmbH), der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG) sowie dem Regionalverband GroĂraum Braunschweig informiert die Deutsche Bahn (DB) heute Abend bei einer virtuellen Veranstaltung die breite Ăffentlichkeit ĂŒber konkrete Auswirkungen auf die Regionen. Im Livestream auf www.deutschebahn.com/hamburg-berlin können BĂŒrger:innen ihre Fragen stellen.
FernzĂŒge fahren weiterhin zwischen Hamburg und Berlin. Die Verbindung bleibt hinsichtlich Zugdichte, Fahrzeit und Preis attraktiv. Mit bis zu 65 tĂ€glichen ICE-Fahrten â davon 36 direkt â bietet die DB zwischen den beiden gröĂten StĂ€dten Deutschlands durchgehend ein verlĂ€ssliches Angebot: StĂŒndlich mit umsteigefreien Direktverbindungen, meist als lange ICE 4-ZĂŒge fĂŒr bis zu 830 Reisende. Wie bei vorherigen BaumaĂnahmen werden die ZĂŒge ĂŒber Uelzen und Stendal umgeleitet. Die Fahrzeit verlĂ€ngert sich um 45 Minuten.
FĂŒr das nördliche Niedersachsen und Sachsen-Anhalt entstehen wĂ€hrend der Bauphase neue Direktverbindungen nach Berlin und Hamburg. So halten FernzĂŒge zusĂ€tzlich in Salzwedel und Stendal und meist stĂŒndlich wechselnd in LĂŒneburg bzw. Uelzen. Dadurch bestehen fĂŒr diese vier Orte ab August stĂŒndliche Direktverbindungen nach Berlin und von dort weiter nach MĂŒnchen.
Als Ersatz fĂŒr Zugverbindungen im Nahverkehr, die wegen der Bauarbeiten nicht angeboten werden können, werden in Spitzenzeiten ĂŒber 170 Busse zum Einsatz kommen. Diese verkehren auf insgesamt 26 Linien und legen tĂ€glich bis zu 86.000 Kilometer zurĂŒck.
Baubedingte Ănderungen im Regionalverkehr in Sachsen-Anhalt
Die Umleitung der Fernverkehrs- und GĂŒterzĂŒge ĂŒber die Bahnstrecke StendalâUelzen hat zur Folge, dass die ZĂŒge des Nahverkehrs auf dieser Strecke teilweise entfallen mĂŒssen. Dies betrifft insbesondere die beiden eingleisigen Streckenabschnitte StendalâHohenwulsch und SalzwedelâUelzen.
Die ZĂŒge der Linie RE 20 (Schönebeck-Bad SalzelmenâMagdeburgâStendalâUelzen) entfallen zweistĂŒndlich zwischen Stendal und Hohenwulsch sowie tagsĂŒber vollstĂ€ndig zwischen Salzwedel und Uelzen. FĂŒr die entfallenden ZĂŒge sind Busse im Einsatz, teilweise auch Expressbusse.
Da im Rahmen der Generalsanierung HamburgâBerlin auch der Bahnhof Wittenberge vollstĂ€ndig gesperrt ist, enden die ZĂŒge der Linie S 1 (Schönebeck-Bad SalzelmenâMagdeburgâStendalâWittenberge) bereits in Osterburg. Von dort fahren Ersatzbusse ĂŒber Wittenberge und Perleberg bis zum Anschlussknoten in Quitzow. In Quitzow sind mehrere Buslinien miteinander verknĂŒpft, sodass Anschlussverbindungen in Richtung Ludwigslust, Schwerin und Berlin bestehen.
Um trotz der baubedingten EinschrÀnkungen weitgehend flexible Fahrtmöglichkeiten zu erhalten, werden sowohl das Zugangebot auf der S1 zwischen Stendal und Osterburg, als auch die Ersatzbusse von Osterburg nach Wittenberge am Wochenende verdichtet, sodass tÀglich Fahrtmöglichkeiten im Stundentakt zwischen Stendal und Wittenberge bestehen.
FĂŒr Fahrten aus der Altmark nach Berlin, die regulĂ€r mit Umstieg in Wittenberge erfolgen, bestehen in der Bauphase zeitlich gĂŒnstigere Reisemöglichkeiten ĂŒber Stendal. Zwischen Stendal und Berlin besteht neben dem ICE-Angebot eine zweistĂŒndliche Direktverbindung mit RegionalexpresszĂŒgen.
Baubedingte Ănderungen im Regionalverkehr in Niedersachsen
Aufgrund der weitrĂ€umigen Umleitung von Fern- und GĂŒterverkehr ist auch Niedersachsen von der Generalsanierung der Strecke HamburgâBerlin betroffen. Direkte ZĂŒge zwischen den beiden gröĂten StĂ€dten Deutschlands fahren ĂŒber den eingleisigen Abschnitt UelzenâSalzwedel. Daher mĂŒssen einige Zugfahrten im Nahverkehr entfallen und werden durch Busse ersetzt.
Ănderungen ergeben sich fĂŒr die RB 47 (UelzenâBad BodenteichâBraunschweig). WĂ€hrend der Bauphase fahren die ZĂŒge nur alle zwei Stunden die komplette Verbindung. In der anderen Stunde fahren zwischen Uelzen nach Bad Bodenteich Busse. In Bad Bodenteich besteht dann Anschluss an die ZĂŒge von und nach Braunschweig.
Die ZĂŒge der Linie RE 20 (UelzenâSalzwedelâStendalâMagdeburgâSchönebeck) entfallen tagsĂŒber vollstĂ€ndig zwischen Salzwedel und Uelzen. FĂŒr die entfallenden ZĂŒge kommen Busse zum Einsatz, teilweise fahren zusĂ€tzlich Expressbusse ohne Zwischenhalt zwischen Uelzen und Salzwedel.
Die RB 40 (BraunschweigâHelmstedtâMagdeburg) fĂ€hrt weiterhin im Stundentakt. Es entfallen die zusĂ€tzlichen Fahrten in den Hauptverkehrszeiten zwischen Braunschweig und Helmstedt, mit Ausnahme eines morgendlichen Zugpaares.
Betroffen ist auch die stark frequentierte Strecke RE 50 von Braunschweig nach Wolfsburg. Die enno-ZĂŒge verkehren wĂ€hrend der Bauphase an allen Tagen im Stundentakt statt im Halbstundentakt. ZusĂ€tzlich fahren montags bis freitags sechs ZĂŒge frĂŒh morgens von Braunschweig nach Wolfsburg und drei zusĂ€tzliche ZĂŒge in die andere Richtung. Es wird keinen Ersatzverkehr mit Bussen geben. Dieser ist aufgrund der deutlich lĂ€ngeren Fahrtzeit nicht attraktiv fĂŒr die FahrgĂ€ste.
Generalsanierung: Neue Gleise, Weichen und attraktivere Bahnhöfe
WĂ€hrend der neunmonatigen Bauphase erneuert die DB zwischen Hamburg und Berlin insgesamt unter anderem mehr als 180 Kilometer Gleise und rund 200 Weichen. Sechs zusĂ€tzliche sogenannte Ăberleitstellen schaffen kĂŒnftig mehr StabilitĂ€t und FlexibilitĂ€t im Betrieb und sorgen dafĂŒr, dass z.B. schnellere ZĂŒge des Personenverkehrs langsamere GĂŒterzĂŒge ĂŒberholen können. In einem ersten Schritt rĂŒstet die DB die kapazitiv am stĂ€rksten belasteten Strecken rund um die Metropolregionen, d.h. zwischen Hamburg-Rothenburgsort und BĂŒchen sowie im Abschnitt zwischen Nauen und Berlin-Spandau, mit dem neuen europĂ€ischen Zugbeeinflussungssystem ETCS (European Train Control System) aus.
Im Rahmen der Generalsanierung fĂŒhrt die DB Arbeiten an 28 Bahnhöfen entlang der Strecke HamburgâBerlin durch. Ziel ist es, die Stationen attraktiver zu gestalten und das Kundenerlebnis zu verbessern. Geplant sind, je nach Station, z.B. neue WC-Anlagen und WetterschutzhĂ€user, mehr Barrierefreiheit sowie verbesserte Wegeleitsysteme. AuĂerdem soll die wichtige Verbindung zur Innovationsstrecke fĂŒr Mobilfunk mit Gigabit-Datenraten im Zug ausgebaut werden, damit Reisende kĂŒnftig zwischen Hamburg und Berlin in bester QualitĂ€t telefonieren und surfen können. Deshalb nutzt die DB die Generalsanierung, um Funkmasten fĂŒr den kĂŒnftigen Bahnfunk FRMCS (Future Rail Mobile Communication System) aufzubauen. Die Masten und Versorgungscontainer sowie die Strom- und Datenleitungen stellt die DB den Mobilfunkunternehmen nach der Sanierung fĂŒr die technologieoffene Erprobung und Ausleuchtung der Strecke mit Mobilfunk fĂŒr die FahrgĂ€ste bereit.
Foto: TriebfahrzeugfĂŒhrer des DB Frenverkehr auf dem FĂŒhrerstand einer Ellok der Baureihe 101 von Berlin nach Hamburg unterwegs (c) Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben