Donald Trump hat ein neues Zollpaket vorgestellt, die Zeichen stehen auf Handelskrieg. Dieser wĂŒrde Deutschland schwer treffen, zeigen neue Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Die EU sollte besonnen reagieren â aber mit der nötigen HĂ€rte.
20 Prozent Zölle auf fast alle Waren aus der EU: Das ist die bittere Nachricht, die von Donald Trumps âLiberation Day“ ĂŒbrigbleibt. Der wirtschaftliche Schaden wĂ€re enorm. Eine IW-SchĂ€tzung, die die neuen Zusatzzölle fĂŒr die wichtigsten US-Handelspartner im Modell von Oxford Economics simuliert, zeigt: Der kumulierte wirtschaftliche Schaden fĂŒr die Bundesrepublik könnte ĂŒber die vierjĂ€hrige Amtszeit Trumps rund 200 Milliarden Euro betragen, fĂŒr die EU etwa 750 Milliarden Euro. Das deutsche BIP lĂ€ge im Jahr 2028 um etwa anderthalb Prozent niedriger als ohne Zölle.
Zölle schaden Trumps eigenen WÀhlern
FĂŒr Deutschland ist der Zoll von 20 Prozent eine ökonomische Katastrophe. Dass die Höhe des Zolls an den Haaren herbeigezogen ist, macht es nicht besser: Deren Höhe begrĂŒndete Trump gestern unter anderem mit der Mehrwertsteuer. Dabei benachteiligt diese US-Unternehmen gar nicht, schlieĂlich gilt sie auch fĂŒr europĂ€ische Unternehmen. Im WeiĂen Haus regiert die ökonomische WillkĂŒr â dass steigende Preise gerade die einkommensschwachen Trump-WĂ€hler Ă€rmer machen, scheint dem US-PrĂ€sidenten egal zu sein.
Die EU muss nun besonnen, aber aus einer Position der StĂ€rke reagieren. Sie tritt jetzt in eine neue Phase des Handelsstreits ein. Bislang ging es darum, Trump mit Angeboten etwa bei FlĂŒssiggas oder RĂŒstungsgĂŒtern zu locken. Jetzt ist die Zeit gekommen, dass die EuropĂ€ische Kommission ihre Waffen zeigt und ebenfalls eine Drohkulisse aufbaut.
Sind Zölle auf Dienstleistungen die Lösung?
Doch wo ansetzen? Ein Problem: Im Warenhandel hat die EU gegenĂŒber den USA einen Ăberschuss von 157 Milliarden Euro im Jahr 2023 â bei einem umfassenden Zollkrieg im Warenhandel wĂŒrden die EuropĂ€er deshalb den KĂŒrzeren ziehen. Anders sieht es bei Dienstleistungen aus: Hier verzeichnet die EU laut Eurostat ein Defizit von knapp 109 Milliarden Euro â die USA wĂ€ren also verwundbar.
Vor allem in einer Kategorie kann die EU der US-Wirtschaft schaden: Bei den GebĂŒhren fĂŒr die Nutzung von geistigem Eigentum hatte sie 2023 ein Defizit von 125 Milliarden Euro. GemÀà amerikanischer Daten handelt es sich dabei zu drei Viertel um Zahlungen von Tochterfirmen in der EU an ihren US-Mutterkonzern. StrafmaĂnahmen wĂŒrden daher kaum europĂ€ische Firmen treffen. Allerdings wĂ€re ein solcher Schritt handelspolitisches Neuland. Es wĂ€re genauer zu prĂŒfen, welche Folgen solche GegenmaĂnahmen fĂŒr die europĂ€ische Wirtschaft hĂ€tten.
Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. am 03. April 2025
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